
Kleines
Theater
Salzburg
Uraufführung
am 24.
September
2026
Eine Geschichte, die jede® kennt.
Eine Perspektive, die noch niemand erzählt hat.
Hugo von Hofmannsthals Jedermann wird erstmals konsequent aus weiblicher Perspektive weitererzählt. Eine Geschichte über uns.
Über Menschen, über Macht, Verantwortung, Respekt, als Basis dessen, wie wir miteinander leben wollen.
24.09. / 25.09.
02.10. / 03.10.
31.10. / 01.11.
Ein multimediales Theaterstück in Salzburg
Über das Stück
Jedermann kennt jeder. JedeFrau noch nicht.
Was passiert, wenn wir die Perspektive ändern?
Seit über hundert Jahren steht Hofmannsthals Jedermann im Mittelpunkt der Salzburger Festspiele. Der reiche Mann wird mit dem Tod konfrontiert und beginnt, sein Leben zu hinterfragen.
JedeFrau beginnt genau hier: Nicht mit der weiblichen Version des Jedermann. Nein, eine Göttin empfängt Jedermann. Im Dialog zwischen den beiden prallen verschiedene Welten aufeinander, es knistert und es entsteht eine gesunde Reibung…
So viel sei verraten: Es geht nicht bloß um Gleichstellung. Die Botschaft aus Salzburg ist größer: Respekt von jedem/® für jede/n.
Warum jetzt?
Braucht es das auch noch? Eine JedeFrau?
Ja, weil Gleichberechtigung einen Rückschritt erlebt und Gewalt gegen Frauen aktueller ist, denn je.
Wir erleben weltweit, wie autoritäre Strukturen zurückkehren und Frauen erneut auf Rollen reduziert werden: digitale Gewalt nimmt zu, alte Machtmuster finden neue Ausdrucksformen.
JedeFrau macht diese Entwicklungen sichtbar: mit Humor, Musik und starken Bildern. Denn Theater war schon immer ein Ort, an dem Gesellschaft sich selbst begegnet.
Die Geschichte
Himmlisches Bordell? Weiber? Nein, Dame! Göttin ist ihr Name!
Vor dem Jüngsten Gericht beginnt die schonungslose Auseinandersetzung mit sich selbst: mit Verschwendung, Machtmissbrauch und einem Weltbild, in dem Frauen nur Beiwerk waren. Doch was ist mit deren Geschichten?
Die Göttin konfrontiert Jedermann mit verdrängten Realitäten und schlägt den Bogen in die Gegenwart: von tradierten Rollenbildern und religiösen Zwängen bis hin zu digitalen Phänomenen wie Deepfakes, Tradwives und der Manosphere. Seine vermeintliche Ordnung gerät ins Wanken. Zwischen Abwehr und Überforderung wird Jedermann mit einer unbequemen Wahrheit konfrontiert. Aber die Erkenntnis folgt: Gerechtigkeit entsteht erst dort, wo weibliche Perspektiven als gleichwertige, eigenständige Menschenerfahrung anerkannt werden.
Oder, um den wunderbaren Song von Lina Bó zu zitieren:
Die Liebe ist weiblich
Die Freundschaft auch
Die Hoffnung, die Geduld und die Wut im Bauch
Die Lust ist weiblich und auch die Nacht
Auch dich hat eine Frau auf die Welt gebracht … u. s. w.
„JedeFrau ist ein zeitgenössischer Gegenentwurf des „Jedermann“ – kraftvoll, kritisch und relevant. Die Botschaft lautet: RESPECT – von jedem, für jeden. Mag sie die Quintessenz dessen sein, was der Welt guttut und sie retten kann.“ (Nicholas Monu)

Interview mit Tanja Kuntze
Oh Gott, jetzt auch noch eine JedeFrau? Braucht es das (Theaterstück) wirklich?
Ja, leider braucht es das.
Seit über 100 Jahren wird vor der beeindruckenden Domkulisse im wunderschönen Salzburg der moralinsaure, schüttelgereimte Jedermann von großartigen Künstlerinnen und Künstlern zum Leben erweckt: die Geschichte des reichen Mannes, dessen egozentrisches, unbarmherziges Handeln nur auf maximalen Genussgewinn und den schnöden Mammon ausgerichtet ist – bis plötzlich und völlig unerwartet der Tod vor der Tür steht. Erst in der Todesstunde beginnt er, sein Leben und sein Handeln zu reflektieren. Erst durch die Angst vor den Konsequenzen im Jenseits, vor dem Jüngsten Gericht, ist er bereit, etwas zu verändern. Doch was nutzt das seinen Weggefährten noch? Selbst im Angesicht des Todes will er noch eine seiner Liebsten mitreißen – und diese ins Verderben ziehen. Am Ende geläutert und zum Glauben bekehrt, muss der Teufel frustriert abziehen, und Jedermann darf ins Himmelreich eintreten.
Was sagt uns dieses Stück heute? Hat es etwas verändert an den Handlungsweisen reicher und mächtiger Menschen, mächtiger Männer? Mitnichten. Schauen wir uns die weltpolitische Situation an. Bis hinein in die kleinsten kulturellen Institutionen stellen wir fest: Eine neue, selbstherrliche Männlichkeit, die nie wirklich weg war, ist wieder massiv auf dem Vormarsch. De facto ist Hofmannsthals Mysterienspiel eine reine Männersicht. Frauen agieren darin als schönes, lustbereitendes Beiwerk, erheben als ermattete Gute Werke den Zeigefinger, spielen die verzweifelte Mutter, den Glauben – oder das bettelnde Opfer.
Und die Moral von der Geschicht? Egal, wie verwerflich dein Handeln auf Erden war: Findest du zum Glauben zurück und bereust deine Sünden, wird Gott dir vergeben. Aber was, wenn Gott gar kein Mann ist? Wenn Gott die Sache ein bisschen anders sieht – wenn Gott vielleicht sogar eine Göttin ist?
Genau hier beginnt JedeFrau. Die andere Hälfte der Menschheit hält Jedermann den Spiegel vor. Und wie in Sartres Geschlossener Gesellschaft, wird Jede zur Hölle des anderen – oder zur Chance auf echtes Verstehen. JedeFrau ist nicht das weibliche Gegenstück zu Jedermann. Der Name ist bewusst gewählt: Jede Frau kennt die Themen, die in diesem Multimedia-Theaterstück dargestellt werden – oder war selbst davon betroffen. Es ist Zeit, dass Jedermann weitergedacht wird und Salzburg auch diese Geschichte hört.
tickets
kleines theater
kleines theater
haus der freien szene
Schallmooser Hauptstraße 50
5020 Salzburg
Österreich
Kartentelefon kleines theater
+43 662 87 21 54
(MO–DO 10–14 Uhr)
Termine
24.09. / 25.09.
02.10. / 03.10.
31.10. / 01.11.
Beginn: 19:30
Ensemble & Team
Ein Dreamteam, dieses Ensemble!
Österreichisch, Deutsch, Nigerianisch, Russisch, Portugiesisch – das ist ein Meltingpot, der an Schaffenskraft und Kreativität nicht zu übertreffen ist.

Tanja Kuntze
Autorin, Produzentin, Göttin-Darstellerin

Torsten Hermentin
Jedermann

Nicholas Monu
Regie

Ekaterina Smirnova
Multimedia Artist und Bühnenbild-Visualisierung
Multimedia-
Konzept
Schauspiel trifft Multimedia.
Die russische Multimedia-Art-Künstlerin Ekaterina Smirnova Niretak (niretak.art) verantwortet Bühnenbild und visuelle Dramaturgie der Inszenierung. Ihre künstlerisch-forschende Arbeitsweise übersetzt den inneren Wandel der Hauptfigur – von starrer Geometrie zu Auflösung und Offenheit – in ein Medien- und Raumsystem, das die Handlung visuell begleitet. Sie entwickelt eine Sprache der multimedialen Landschaft – aus generativen Bildern, Big-Data-Visualisierungen, Klang, Licht und räumlicher Erfahrung – und schafft so ein sinnlich-emotionales Erleben, das unterhalb der bewussten Wahrnehmung wirkt und das Publikum körperlich auf die Katharsis vorbereitet. So werden nicht nur Frauenschicksale per Videoinstallation auf die Bühne geholt – das Publikum selbst wird Teil eines Wahrnehmungsraums, in dem Schauspiel und Multimedia verschmelzen.




